Südbadisches, soziales Engagement zur Behandlung einer seltenen Hautkrankheit

Ballrechten-Dottingen, im November 2018

Die Waisenmedizin e.V. aus Freiburg engagiert sich seit dem Jahr 2000 für patientenorientierte Missionen im Bereich der vernachlässigten, sog.  "verwaisten" Krankheiten.

Ein aktuelles Projekt ist die Herstellung eines Medizinproduktes zur Behandlung der Leishmaniose - eine Gesicht-entstellende Volkskrankheit. Diese Hautwunden werden durch die Stiche von weiblichen „Sandflies“ hervorgerufen, die beim Blutsaugen die Leishmaniaparasiten übertragen.

Zur Behandlung ist das Produkt Leiprotect®  von der Waisenmedzin entwickelt worden – das Medizinprodukt ist mittlerweile vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassen worden. Leiprotect® ist ein Gel, das die Wunde mit einem Schutzfilm verschließt.

 

Die Herstellung des Gels birgt die technische Herausforderung: Beim Mischen der trockenen und flüssigen Gelkomponenten durch das Rühre im konventionellen Herstellungsverfahren wird viel Luft in die Zubereitung eingetragen. Diese Lufteinschlüsse verhindern, dass das Gel nach dem Austrocknen die Wunde mit einem dichten Film verschließt.  Daher müsste nachgelagert eine Entgasung des Produktes erfolgen, welche jedoch den einen der Wirkstoffe verflüchtigt und somit das hergestellte Produkt unwirksam macht.

 Mit Unterstützung der ystral gmbh, einem auf verfahrenstechnische Lösungen fokussierten Maschinen- und Anlagenbau Unternehmen aus Ballrechten-Dottingen nahe Freiburg, wurde ein Herstellungsprozess entwickelt, welcher es ermöglicht  LeiProtect® Gel ohne nachgelagerten Entgasungsprozess herzustellen. Durch den Einsatz eines speziellen Pulverbenetzungsverfahrens unter kurzfristigem Vakuum wird der Eintrag von Falschluft von Beginn an vermieden. Diese von dem verantwortlichen Mediziner und Forscher Prof. Dr. Dr. K.-W. Stahl initiierte Kooperation mündete in der Spende der zur Produktion notwendigen PiloTec Prozessanlage durch die  ystral gmbh.

Die YSTRAL PiloTec ist eine speziell für Kleinmengen (5-50 Liter je Charge) entwickelte Prozessanlage, welche sich u.a. aus der YSTRAL Conti-TDS-1 und einem YSTRAL Leitstrahlmischer zusammensetzt und den Anforderungen der CE-Zertifizierung zur Herstellung von Medizinprodukten entspricht. Die Prozessanlage ist mittlerweile in der Apotheke des Universitätsklinikums Erlangen installiert und ermöglicht die Produktion von Leiprotect® rechtzeitig zur kommenden Krankheits-Saison die Produktion von Leiprotect®.